"Einen Augenblick hoffte man": Aufstieg und Fall des modernen Menschen in der neusachlichen Literatur


Sunar H. Ş.

XV Semana de Estudios Germánicos: Revolution! 1918-1968, Madrid, İspanya, 4 - 06 Mart 2020, ss.13

  • Basıldığı Şehir: Madrid
  • Basıldığı Ülke: İspanya
  • Sayfa Sayıları: ss.13

Özet

Şebnem Sunar (U. Istanbul) sunars@istanbul.edu.tr

Die durch die Novemberrevolution von 1918 entstandene Weimarer Republik wird in der Geschichtsschreibung oft im Zusammenhang mit dem Begriff der Krise erwähnt. Arbeitslosigkeit, Notverordnungen und die nahenden Schritte des Nationalsozialismus werden meistens als scheinbare Auslöser diagnostiziert. Man kann aber diesen Krisenzusammenhang auch so interpretieren, dass die erste deutsche Republik doch nicht die Krise verursachte, sondern sich bereits mitten in der Krise befand, d.h. selbst aus einer Krisenzeit, nämlich aus dem verlorenen Ersten Weltkrieg, entstand und zeitlich vor dem Dritten Reich lokalisiert war.

Die Neue Sachlichkeit, die die möglichst vielen Facetten dieser existenzbedrohenden Lage vermittelt und Menschen an verschiedensten Orten in ihrem Alltag gewissermaßen dokumentiert, versucht dieses Dazwischen darzustellen. In diesem Rahmen sind insbesondere die Schauplätze der Großstadt zu berücksichtigen, mit deren Hilfe Autoren wie Hans Fallada (Kleiner Mann – was nun?), Alfred Döblin (Berlin Alexanderplatz) und Irmgard Keun (Das kunstseidene Mädchen) das Krisenhafte dieser Jahre beschreiben und sich mit ihm auseinandersetzen. Dieser Vortrag zielt darauf ab, anhand oben genannter Werke zu zeigen, dass das Dazwischen-Erlebnis nicht nur mit der Zeitpolitik zu tun hat, sondern auch Menschen immer tiefer in die Krise treibt.